Wenn Erwartungen auf Realität treffen 

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Diese Weisheit gilt schon lange und der Fachbegriff dafür lautet: Ambiguitätstoleranz. Auch dieser hochtrabende Begriff hat seinen Ursprung im Alltag. Der letzte Wintersportnachmittag versprach vieles. Blauer Himmel, perfekte Verhältnisse und ein letztes Mal gemeinsam in die Jungfrau-Region Männlichen zum Ski- und Snowboardfahren. Auf halbem Wege ins Skigebiet wurden dann diese Erwartungen jedoch jäh vom Leben durchkreuzt. Aufgrund der starken Winde mussten die Anlagen schliessen, und am Ende fiel die Entscheidung zugunsten der Sicherheit zum Abbruch der Übung. Zunächst war die Frustration gross. Die Erwartungen wurden nicht erfüllt, und es war notwendig, die Pläne aufzugeben. Gerade hier wurde deutlich, was das heisst und was auch zum Leben dazugehört: Gemeinsam wurde die Situation neu gestaltet.

Es entstanden drei Optionen für den Nachmittag: Im Lernteam arbeiten, Sport treiben oder Brettspiele spielen. Die Lernenden teilten sich selbst ein, begleitet von den Coaches.

Die Enttäuschung wich einem aktiven, gemeinschaftlichen und unerwartet erfüllten Nachmittag. Einmal mehr zeigte sich, dass sich besonders in unerwarteten Situationen wertvolle Lernmomente bieten: im Umgang mit Enttäuschung, beim Finden neuer Wege und beim gemeinsamen Entwickeln von Lösungen.

Und auch darin, ein Bewusstsein dafür zu haben, dass diese „Herausforderungen“ am Ende des Tages sogenannte „First World Problems“ sind und dementsprechend verstanden werden sollten.
Umso mehr,  da der Wintersport trotz des mangelnden Schnees in den tieferen Lagen insgesamt fast fünf volle Tage stattfinden konnte. Ohne Unfälle und Verletzungen.